Aktuelle Informationen zum Aussichtsturm auf dem Kranichsberg
Liebe Woltersdorferinnen und Woltersdorfer!
Bis zuletzt hatte die Gemeinde Woltersdorf an der Schleuse die Sanierung unseres Aussichtsturms auf dem Kranichsberg im Fokus. Aus diesem Grund wurde ein Sachverständiger für Holzschutz und Holztechnik mit der Erstellung eines Gutachtens zum Zustand der Holzkonstruktion und zur Sanierung beauftragt. Der Gutachter kam zusammenfassend zu dem Ergebnis, dass das Holzfachwerk an den Köpfen und Riegeln gravierend durch schädliche und holzzerstörende Pilze befallen ist. Dies hat an mehreren Stellen - teilweise bereits fortgeschritten - zum Befall von Braun- und Weißfäule sowie zu einer Innenfäule an tragenden Elementen geführt.
Insgesamt wurde der Bauzustand als schwerwiegend beschädigt oder verschlissen eingestuft. Das Turmfachwerk weist gegenwärtig an mindestens 35 % der untersuchten Knotenpunkte folgenschwere Schäden auf, wobei aber nicht alle Bereiche untersucht werden konnten. Bei der Deckenbalkenlage der Aussichtsplattform wurde ein Verschleißgrad von 75 % und bei der Fassadenschalung von 60 % geschätzt. Die Bereiche sind somit unbrauchbar und müssen ersetzt werden.
Hieraus werden tiefgreifende Maßnahmen erforderlich, die die statischen Elemente sowohl im Tragwerk des Turms als auch an der Aussichtsplattform betreffen. Um die Sicherheit, Nutzbarkeit und Beständigkeit wiederherzustellen und vor allem langfristig zu garantieren, müssen zahlreiche Kriterien erfüllt sein.
Verbildlichend: Bei einer Sanierung des Turms müssen aufgrund der Fäuleschäden der Turm entkernt und alle verschlissenen Bauteile entfernt werden. Der Turm stünde dann nur im Tragwerk - ohne die gesamte Aussichtsplattform und ohne die Verschalung - zusätzlich gestützt von Hilfskonstruktionen für schwere Lasten. In einem weiteren Schritt müsste das Tragwerk bearbeitet werden. Die Knotenpunkte im Tragwerk wären umzubauen und beispielsweise durch Kreuzschuhe aus Edelstahlt zu ersetzen, sodass der Austausch verschlissener Hölzer zum gegenwärtigen Zeitpunkt und auch in der Zukunft jederzeit möglich wäre. Im Zuge dessen würde die Erneuerung aller Streben und anschließend die Wiederherstellung der Aussichtsplattform, der Treppen sowie der Schalung erfolgen.
Dass auch giftige Schadstoffe gefunden worden sind, wirkt sich besonders erschwerend auf die Sanierungsbemühungen aus und ist bei der Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen.
Nach diesen Befunden ist eine Sanierung wirtschaftlich nicht möglich. Auch bliebe vom ideellen Wert nur wenig Substanz erhalten.
Neben den Schadstoffen sind der Pilzbefall und die folgende Fäulnis an weiten Teilen des Turms ein großes Problem. Dieser Umstand wird leider in der öffentlichen Darstellung, bspw. in einem Schreiben an das Landesamt für Denkmalpflege, komplett außer Acht gelassen.
Die politischen Gremien der Gemeinde Woltersdorf haben sich eingehend mit der Sachlage beschäftigt. Im Ergebnis hat die Gemeindevertretung am 02. Juli 2026 den Beschluss gefasst, dass der Standort eines Aussichtsturms auf dem Kranichsberg erhalten bleiben und eine Konzeptstudie für einen Neubau des Turms beauftragt werden soll.
Ziel ist es, dass wir auch in Zukunft einen begehbaren Turm haben, der Platz für Ausstellungen und Vorführungen sowie die Funktion eines Brandwachturms bietet.
Über den weiteren Fortgang werden wir Sie gern informieren.
Vielen Dank!
Christian Stauch
Bürgermeister